Kolumne

Die Kolumne: Mit dreißig ändern sich die Dinge

11. Januar 2015

Hallo :)

Mensch, da will ich gemütlich in den Sonntag starten, mir noch ein wenig Zeit lassen, bevor ich euch eine kleine Erneuerung auf meinem Blog vorstelle und… schwupp… ist es Nachmittag um 2 :o Aber jetzt leg ich doch mal lieber los, sonst wirds noch später ;)

Seit ich im Kopf hatte den Blog ein wenig mehr Format zu geben, hatte ich eines im Kopf: ich wollte unbedingt eine neue Kategorie einführen; einen Platz an dem ich regelmäßig einfach nur meine Meinung sagen kann oder eben einfach einen Text zu einem bestimmten Thema schreiben kann. Quasi das Gegenteil zu den ganzen (geliebten!) Fotosachen. Die Kolumne wird es fortan jeden zweiten Sonntag im Monat geben. Ich hoffe, sie findet Anklag bei euch. Wenn nicht – auch nicht schlimm, ich machs trotzdem :p — Los geht’s.



Mit dreißig ändern sich die Dinge

Da ist sie. Diese eine null, die große null. Die, vor der sich die drei tummelt. Die, vor der es mich schon vor Jahren gefürchtet hat. Was, wenn ich erst nicht mehr zu den coolen Twenties gehöre? Bin ich dann alt? Gehör ich dann zum alten Eisen? Zu denen die Mann und Kind(er) haben? Denen, die zeitig ins Bett gehen? Die am Wochenende extreme-couch-chilling allem anderen bevorzugen? Die, die lieber etwas Gesundes essen, als einfach, weil einem eben gerade danach ist, in einen saftigen Burger zu beißen? Denen, die nicht mehr auf der Unibank relaxen, sondern morgens noch vor dem Wachwerden aufstehen und durch die Stadt zur Arbeit schlürfen? Im Business-Outfit? Fahr ich dann zur Kur statt einen stressigen, doch so so tollen, Städtetrip zu machen? Oh Gott, allein bei dem Gedanken an die große null fühlte ich mich spontan alt.

Abhauen. Abhauen ans Meer. Nicht auffindbar sein für den bösen Zeitgeist. Ich fand, dass klang nach einem guten Plan. Gesagt, getan. Geburtstag am Meer. In Spanien um genau zu sein. Blöd nur, dass der Zeitgeist offensichtlich auch bis dahin reist. Mist. Ich hätte wohl doch weiter weg fliegen sollen?

Ist es also doch passiert. Ich bin über die böse schwarze Linie geschliddert und bin jetzt… ja, was bin ich eigentlich? Alt? Ja, vermutlich alt. Denn sind wir doch mal gnadenlos ehrlich: natürlich tut der Kopf jetzt mehr weh. Und der Zeh zieht immer so komisch wenn ich ihn so um quasi 360 Grad nach hinten drehe (wie – das macht ihr nicht?). Mein Handgelenkt hat auch was abbekommen und wenn ich das so richtig beobachte: mein Genick hat auch seinen Drehwinkel enorm eingeschränkt. Das MUSS das Alter sein! Was denn sonst? Was das schlafen angeht… nun ja, man sagt im Alter braucht man weniger Schlaf. Hier rebellier ich wohl noch kräftig. Mein Schlafbedarf gleicht wohl eher dem eines Murmeltiers im Winterschlaf. Lässt sich übrigens prima mit dem wochenendlichen Extreme-Couch-Chilling verbinden. Mag aber alles vielleicht einfach daran liegen, dass ich nicht nur vorm Wachwerden aufsteh, sondern gefühlter maßen noch mitten in meiner Tiefschlafphase. Und dann war ich heute einkaufen. Bei dem Blick in meinen Einkaufsbeutel muss ich lachen: ein Jutebeutel voll mit Obst, Gemüse und dunklen Brötchen. Wo zum Teufel sind die Süßigkeiten? Wo der Burger? Vielleicht steig ich beim nächsten Mal gleich auf das Einkaufsnetz um das Oma auch immer mit sich schleppt.

Auf Arbeit, NEIN – ich trage, und das mag vielleicht nun wirklich verwundern, kein Businessoutfit, sondern locker-lässige Jeans und Tshirts (Glück gehabt, ich sag’s euch!), änderten sich fast schlagartig auch die Fragen. Niemand fragt mehr, ob man denn einen Freund hätte. Nein. Die gängige Frage lautet nun: „Was machen Mann und Kinder?“ – Hey! Wer hat gesagt, dass man mit 30 Mann und Kinder hat?! Menno. Leicht deprimiert lauscht man anschließend den Berichten von Haus und Hof und überlegt sich, wie man seine kleine 2-Zimmer-Jugendbude nun am besten als Schloss verkaufen kann… und… schweigt dann lieber.

Ja, mit 30 ändern sich die Dinge. Plötzlich fühlt man sich tatsächlich sowas wie ‚erwachsen‘. Lustig!

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5 Comments

  • Reply Hotaru 11. Januar 2015 at 16:04

    Hmm :) Ich habe zwar noch nur drei Jahre bis zu dieser teuflischen Zahl, aber auch ich merke schon gewisse Veränderungen, die schleichend zur Normalität werden. Ich denke viel mehr darüber nach, was ich tun kann und was ich besser lassen sollte. Ist wohl tatsächlich was daran, dass das menschliche Gehirn spätenstens mit 25 ausgereift ist. ;)

    • Reply Line 11. Januar 2015 at 16:13

      Vielleicht haben Frauen ja auch so etwas wie eine Midlife-Crisis? Sagt man nicht immer, dass das genau die Zeit ist, in der man darüber nachdenkt, was man erreicht hat und mit dem vergleicht, wovon man immer so geträumt hat? Und man kriegt eben eine Kriese, wenn man sich die Realität eingesteht und man sich fühlt, als ob sich keiner der Träume erfüllt hat und die Zeit ja eigentlich auch nicht mehr ausreicht, um nochmal zu rebelieren und doch mit den Träumen durchzustarten… Jedenfalls fühlt man sich in der Zeit wohl einfach so. Ist aber normal – hat man mir auf Arbeit versichert ;)

      Aber, wenn das Gehirn mit 25 ausgereift ist – geht’s denn dann direkt wieder abwärts? ;) Würde jedenfalls erklären, warum ich dauernd irgendwas vergesse :lol:

  • Reply Sari 11. Januar 2015 at 18:13

    Das Alter ist genau das, was man daraus macht. Als ich 30 wurde, sagte sie alle „Na Alte, wie fühlt man sich jetzt“ und ich sagte, genau wie gestern, als ich 29 war. Ich freue mich immer noch auf jede Gelegenheit verrückt zu sein und benehme mich definitiv nicht anders. Nur bei Formularen habe ich festgestellt, dass ich jetzt eine Kategorie tiefer ankreuzen muss. Daran merke ich es *drop* .

  • Reply Alizeti 11. Januar 2015 at 19:21

    Ein toller Text! Bei mir dauerts noch 2 Jahre bis ich die 30 habe und manchmal (aber wirklich nur manchmal) habe ich auch so meine Mühe damit. Besonders dann,wenn meine jüngeren geschwister von alten Leuten reden und man dann nachfragt ja wie alt denn? Und die Antwort lautet dann „Ja so in deinem Alter.“ :p Auch der Gedanke an Haus,Mann und Kind ist bei mir da. Denn ich bin in meiner 2-Zimmer-Wohnung mit meinen zwei Schmusekatzen alleine,aber glücklich! Vielleicht begegnet mir mein Traumprinz ja noch in diesen zwei Jahren ;-)
    Liebe Grüsse Alizeti

  • Reply Consuela 12. Januar 2015 at 18:45

    Oh man, damals habe ich genau solche Gedanken wie Du gehabt, ob ich mit 30 wirklich alt und spießig werde…und was soll ich sagen: JA, ICH BIN ALT – aber keineswegs spießig! :D

    Mittlerweile leuchtet schon mein Leben 4.0 in der Ferne auf und ich fühle mich zwar manchmal wie eine Rentnerin, aber das muss man ja nicht nach außen tragen! Ich trage z. B. auch Jeans, Sneakers und Band-Shirts – okay, als Sekretärin muss ich schon ein bisschen mehr auf die Klamotte achten, aber dafür gibt es ja die Freizeit ;)

    Was das Schlafbedürfnis betrifft, schließe ich mich dem Murmeltier-Verhalten an! Ich glaube nicht, dass ich im Alter weniger Schlaf brauche, ganz im Gegenteil! :dance:

    Man muss einfach das beste aus seinem Leben machen und sich in keine Schublade zwängen lassen – egal, wie alt man ist!

    Live Laugh Love! :heart:

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    ;) :yes: :wth: :whew: :wave: :slobber: :sleep: :shame: :omg: :no: :lol: :laughing: :kiss: :hug: :heart: :haha: :going: :girl: :exc: :cat: :biene: :angry: :angel: :P :D :) :(